Daniel Humair (* 23. Mai 1938 in Genf) ist ein Schweizer Jazz-Schlagzeuger.
Humair begann im Alter von sieben Jahren Klarinette und Schlagzeug zu spielen. Er startete eine professionelle Laufbahn, nachdem er 1955 beim internationalen Amateurwettbewerb des Zürcher Jazzfestivals den ersten Preis in drei Kategorien gewonnen hatte. 1958 siedelte er nach Paris über, wo er mit Musikern wie
Chet Baker,
Kenny Dorham,
Eric Dolphy,
Jackie McLean,
Phil Woods,
Lucky Thompson,
Don Byas Bud Powell, Nico Bunink und
Oscar Pettiford arbeitete.
1959 gründete er mit
Martial Solal eine Gruppe, zu der im Laufe der Zeit
Pierre Michelot,
René Urtreger,
Barney Wilen, Michel Hausser und
Stéphane Grappelli stiessen. 1965 wirkte er an Attila Zollers Album
The Horizon Beyond und 1967 an
Jean-Luc Pontys Debütalbum
Sunday Walk mit. 1968 wurde er Mitglied von
Phil Woods'
European Rhythm Machine, zugleich spielte er im Trio mit Jean-Luc Ponty und
Eddy Louiss. 1972 gehörte Humair mit George Gruntz, Franco und
Flavio Ambrosetti zu den Co-Leadern und Gründern von „The Band“, aus der später The George Gruntz Concert Jazz Band hervorging.
In den 1970er Jahren trat Humair u.a. mit
Jim Hall,
Lee Konitz,
Art Farmer,
Joe Henderson,
Dexter Gordon,
Franco Ambrosetti, George Gruntz,
Johnny Griffin,
Herbie Mann,
Anthony Braxton und
Hampton Hawes auf und gründete mit
Henri Texier und
François Jeanneau ein Trio.
In der gleichen Zeit begann seine Zusammenarbeit im Trio mit
Joachim Kühn und
Jean-François Jenny-Clark, aus dem nach dem Tod von Jenny-Clark 1998 das Quartett mit
Dominique Pifarély und Jean-Paul Céléa hervorging. Daneben arbeitete er auch mit Dave Liebman, Enrico Rava,
Richard Galliano,
Michel Portal und Jerry Bergonzi und im Trio mit
Bruno Chevillon und
Marc Ducret.
Humair tritt weltweit auf Jazzfestivals auf, wirkte an über zweihundert Alben mit und veröffentlichte mehr als fünfzehn eigene Alben. 1986 ernannte ihn die französische Regierung zum
Chevalier des Arts et des Lettres. 1987 erhielt er den
Grand Prix du Jazz des Autoren-, Komponisten- und Herausgeberverbandes SACEM, den
Prix Charlie Parker der
Académie du Disque und den
Prix In Honorem der
Académie Charles Cros.
Daneben betätigt sich Humair seit den 1960er Jahren auch als Maler, seine abstrakten Gemälde finden sich in mehreren namhaften Sammlungen Europas. Er wirkte auch als Musiker in Filmen mit und komponierte Filmmusiken, z.B. für
Une sale affaire (
Eine schmutzige Affäre) und
Les Conquistadores.